Das Bundesgericht sagte mehrmals, dass eine gerechte Wahl garantiert sein müsse. Im Entlebuch ist das nicht der Fall: Es braucht über 12% der Stimmen, damit eine Partei eine Vertretung ins kantonale Parlament schicken kann. In andern Wahlkreisen braucht es zwischen 3 und 7% der Stimmen.
Mit dem Wahlkreisverbund wurde für das Entlebuch die beste Lösung gefunden: Wir Entlebucher bekommen wie bisher eine Sitzgarantie. Das heisst, dass die Anzahl Kantonsratsmandate vor den Wahlen anhand der Bevölkerungszahl berechnet und den verschiedenen Wahlkreisen zugeteilt wird. Wir Entlebucher wählen unsere Kantonsräte selber. Es stimmt nicht, dass wir von Willisau bevormundet werden, ganz im Gegenteil. Jeder Wahlkreis, auch das Entlebuch, wählt selbständig und ist vollumfänglich mündig. Wählbar sind im Entlebuch nur Entlebucher Kandidaten.
Die Anzahl Mandate für die einzelnen Parteien wird am Wahlsonntag wie bisher nach der Hagenbach-Bischoff-Methode berechnet, also gleich wie im übrigen Kanton. Die Aussage, dass zwei verschiedene Wahlsysteme nicht zulässig seien, mag stimmen. Nur werden im Kanton Luzern auch mit dem Wahlkreisverbund nicht verschiedene Systeme angewendet und das Verfahren ist deshalb zulässig. Dies hat auch ein Rechtsgutachten bestätigt. Was aber ist neu? Die Anzahl Mandate pro Partei wird über die beiden Wahlkreise berechnet, was bedeutet, dass ein bis zwei zusätzliche Berechnungsschritte eingebaut werden müssen. Dies macht die Berechnung etwas schwieriger, keinesfalls aber unlösbar. Vergleichbar ist das Ergebnis mit den altbekannten Restmandaten. Beim Wahlkreisverbund werden diese Restmandate innerhalb einer Partei über den Wahlkreisverbund vergeben. Die Gesamtzahl der Kantonsräte innerhalb eines Wahlkreises bleibt gleich, im Extremfall kann es Verschiebungen innerhalb einer Partei geben. Verschiedene Berechnungen des Statistischen Amtes haben gezeigt, dass es bei den Wahlen 2007 mit einem Wahlkreisverbund keine Verschie-bungen gegeben hätte.
Es ist total unverständlich, wenn die SVP Amt Entlebuch gegen den Wahlkreisverbund das Referendum ergreift. Nur mit dieser Lösung wird es möglich sein, dass wir Entlebucher unsere Kantonsräte selber wählen können. Nur diese Lösung garantiert, dass keine grossen, bürgerferne Wahlkreise eingerichtet werden. Ich bitte Sie wie die SVP: „Retten wir das Entlebuch“! Verzichten wir deshalb auf dieses unnötige und gefährliche Referendum der SVP!