Sempach – Plattform für demokratische Patrioten
Wir Demokraten wollen auf dem Feld oberhalb von Sempach eine würdige Schlachtjahrzeit durchführen. Wenn das Gedenken an die Gefallenen von damals heute Teil der Politik geworden ist, haben wir uns mit politischen Instrumenten um eine Lösung zu kümmern. Nicht zu beklagen ist, dass die Schlachtjahrzeit immer wieder ein Ort der „politischen Demonstration“ war (z.B. 1940: General Guisan). Festzustellen und zu beklagen ist jedoch, dass pseudo-politischen Entwicklungen an den Schlachtfeiern der letzten Jahre nicht die adäquate Beachtung geschenkt worden war.
Während die Rechten die Schlachtfeier seit langem schweigend instrumentalisierten, so taten es die Linken jüngst schreiend. Beide Arten sich mitzuteilen sind in unserer Demokratie nicht zielführend. Unser politisches System verlangt, dass wir zusammensitzen, um uns mit der Sache auseinanderzusetzen. Es liegt an uns, den überzeugten Demokraten, eine Lösung für eine würdige, zeitgerechte, zukunftweisende Schlachtjahrzeit zu finden. Was wir in Sempach auf keinen Fall mehr wollen sind gepanzerte Polizisten, schweigende Schwarzhemdfahnenträger und lärmende Chaoten.
Wenn die Luzerner Regierung als Schutzherrin des Gedankenlasses sich jetzt eine Pause zum Nachdenken über eine neue Form der traditionellen Feier verordnet, so ist die notwendig. Damit ist die Chance gegeben ab 2011, wenn sich die Schlacht zum 625. Mal jährt, eine Form für eine innovative und nachhaltige Feier zu finden. Dem Gedenken und der Geschichte als auch der Zukunft und der Verständigung ist eine Plattform zu geben. Vielleicht gelingt es gar, dass Sempach die Wiege eines zeitgerechten, demokratischen Patriotismus wird. Dann könnte sich von dieser Stätte aus, wo mit dem Sieg der Eidgenossen überhaupt eine Grundlage für den luzernische Territorialstaat geschaffen worden ist, der Kanton Luzern im 21. Jahrhundert nachhaltig positionieren. Demokraten sind offen für notwendig Neues und tragen dazu bei, dass aus Veränderungen auch Verbesserungen werden. Wir lassen uns die Sempacher Schlachtjahrzeit nicht nehmen – von niemandem!
