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Zu den Plänen des Bundesrats zur Kinderbetreuung

01. Juli 2009
Schlechter Scherz: Eidg. dipl. Babysitter?

Wer ein fremdes Kind betreut, soll nach dem Willen des Bundesrates künftig eine Bewilligung benötigen. Das gilt auch für Verwandte. Die Luzerner CVP lehnt diese kontraproduktive Alibiübung ab.

Folgt man dem Bundesrat, birgt die Betreuung von Kindern durch nicht ausgebildete und bewilligungslose Verwandte oder Nachbarn anscheinend unzählige Risiken und Gefahren, die nur mit mehr Bürokratie in den Griff zu kriegen sind. Der Bundesrat will einzig die Grosseltern von seinem Bürokratisierungswahn verschonen: Sie dürfen ihre Enkel weiterhin uneingeschränkt betreuen. Wer sich nicht den neuen Bestimmungen beugt, muss mit einer Busse von bis zu CHF 5000.00 rechnen.

Bitte nicht so!
Für CVP-Kantonsrätin Erna Müller-Kleeb, Rickenbach, ist das Vorhaben des Bundesrates völlig unverständlich: „Eine qualitativ gute Betreuung ist mir ein Anliegen. Aber bitte nicht so! Wir brauchen weder zusätzliche Bürokratie noch eidg. dipl. Babysitter. Dies ist ein völlig falscher Ansatz.“ Sie fordert: „Wir müssen vielmehr dafür sorgen, dass wir den Familien nicht Steine in den Weg legen. Die Kinder sollen möglichst viel Spielraum für den Austausch und das Spielen mit andern Kindern erhalten. Die Bürokratie aus Bern bewirkt das Gegenteil, nämlich eine folgenschwere Schwächung wichtiger gesellschaftlicher Netze.“ Erna Müller-Kleeb verlangt deshalb vom Regierungsrat, dass er das Vorhaben im Rahmen der Vernehmlassung ablehnt.

Nur Kopfschütteln

Auch Parteipräsident Martin Schwegler kann über die Vorschläge des Bundesrats nur den Kopf schütteln: „Es braucht keine neuen Regulierungen und staatliche Kontrollen.“ Die Alibiübung des Bundesrates verursache vor allem Kosten, welche die Betreuung massiv verteuern. „Die Regulierungen verknappen das Betreuungsangebot und treiben die Preise nach oben. Zum Nachteil jener Familien, die eine familienergänzende Kinderbetreuung benötigen“ so Schwegler.

 
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