Einfach machten es die Regierungsratskandidatinnen und -kandidaten den Delegierten nicht. Mit Guido Graf (Pfaffnau), Franziska Bitzi Staub (Luzern), Beat Hensler (Horw), Bruno Schmid (Flühli), Esther Schönberger (Sursee) und Reto Wyss (Rothenburg) standen der CVP sechs ausgewiesene Kandidatinnen und Kandidaten zur Auswahl.
Schönberger vor Bitzi Staub
Problemlos verlief die Nomination des amtierenden Regierungsrates Guido Graf. Der Gesundheits- und Sozialdirektor wurde einstimmig und mit einem kräftigen Applaus auf die Regierungsratsliste der CVP gesetzt. Dann stieg die Spannung merklich an: Franziska Bitzi Staub und Esther Schönberger bewarben sich um den zweiten Platz, den der Parteivorstand für eine Frau reserviert hatte. Dabei behielt Esther Schönberger das bessere Ende knapp für sich. Sie setzte sich mit 264 gegenüber 238 Stimmen durch.
Reto Wyss startet durch
Für den dritten – und letzten – Platz standen den Delegierten vier Personen zur Auswahl: die drei Männer sowie die unterlegene Frau – Franziska Bitzi Staub. Bereits im zweiten Wahlgang erreichte Reto Wyss mit 257 Stimmen das absolute Mehr. Er verwies damit Beat Hensler (149) und Bruno Schmid (110) klar auf die Plätze. Franziska Bitzi Staub hatte nach dem ersten Wahlgang der dritten Runde ihre Kandidatur zurückgezogen.
CVP als Baumeisterin des Erfolgs
Auch in anderer Hinsicht standen die kommenden Wahlen im Zentrum der Delegiertenversammlung. Einen Tag nachdem die CVP Kanton Luzern den medialen Startschuss zum Wahlkampf gegeben hatte, machte Parteipräsident Martin Schwegler nochmals klar, dass es die CVP ist, die für den Erfolg des Kantons Luzern verantwortlich ist: „Wir gehören zu den Architekten und Baumeistern dieses Kantons – unsere Konkurrenten links und rechts von uns betätigen sich höchstens als Sprengmeister.“
Luzerner und Luzernerinnen wählen CVP
In der Wahlkampagne wolle die CVP aufzeigen, dass der Erfolg des Kantons Luzern nicht selbstverständlich ist. Er sei vielmehr Folge der harten, aber lösungsorientierten Arbeit der Mitteparteien. „Unser vordringliches Ziel für die Zukunft muss deshalb sein, dass die fundamentalistischen Parteien nicht aus gegensätzlichen Positionen unser Land blockieren“, sagte er. Martin Schwegler machte klar: „Wir wollen hier in Luzern keine Berner Verhältnisse.“
Klares Nein zur Waffen-Initiative
Auch wenn die kommenden Wahlen im Zentrum des Abends standen, fassten die Delegierten auch die Parole zur Waffen-Initiative. Der Zuger Nationalrat der Alternativen Josef Lang appellierte an die Delegierten mit einem Ja ein Zeichen zu setzen für mehr Sicherheit in der Schweiz. „Mit der Initiative erreichen wir eine starke Reduktion von häuslicher Gewalt und Suiziden“, versprach der Zuger Nationalrat. Christine Romann vom Ärzteverband FMH unterstützte Josef Lang: „Die Suizidrate könnte mit einem Ja zur Initiative merklich gesenkt werden, da ein grosser Teil der Selbstmordversuche Impulstaten sind“, argumentierte sie.
Die Luzerner CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann-Hunkeler konterte und verwies auf die bereits getroffenen Massnahmen zum Schutz vor Waffengewalt. Der Einzug der Taschenmunition und die freiwillige Lagerung der Armeewaffe im Zeughaus hätten tatsächlich etwas gebracht, doch „eine weitere Verschärfung bringt nichts und ist lediglich eine Scheinlösung.“ Der Ehrenpräsident des Kantonalschützenvereins Luzern Renato Steffen pflichtete der Nationalrätin bei: „Schutz vor Waffengewalt wollen wir alle, aber die Armeewaffen spielen in diesem Zusammenhang kaum eine Rolle“. Die Delegierten schenkten den Argumenten von Ida Glanzmann-Hunkeler und Renato Steffen mehr Glauben und sagten mit 349 zu 150 Stimmen klar Nein zur Initiative.
